COMPASS hilft jugendlichen Migranten und jungen Angehörigen ethnischer Minderheiten auf der Weg zu Beruf und Bildung, vor allem bei der Suche eines passenden Berufes und Ausbildungsplatzes. COMPASS entwickelt hierfür eine "Stadt-Ralley" bei der Jugendliche wichtige Einrichtungen und Berater kennenlernen, die ihnen bei der Berufswahl helfen. COMPASS ist ein Leonardo-da-Vinci-Projekt österreichischer Partner.
Europa zeichnet sich durch seine Sprachenvielfalt aus. Viele Kinder in Europa sind mehrsprachig. Sie leben in Grenz- regionen, ihre Eltern haben Migrationshintergrund oder sie leben in bi-nationalen Ehen. Mehrsprachigkeit muss bereits in der frühkindlichen Erziehung gefördert werden. Gerade Kindergärten sind der geeignete Ort, um Kindern spielerisch Lust auf Mehrsprachigkeit zu machen, alle Sprachen Europas als gleichwertig zu erfahren und eine Grundlage für ein mehrsprachiges Heranwachsen zu schaffen. Kids2Talk, ein Lingua-Projekt im Programm für Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission, entwickelt und erprobt in Deutschland, Griechenland, Österreich und Rumänien Spielideen zur Förderung der Mehrsprachigkeit bei Kindern. Kids2Talk startete im Januar 2008 und endet im Dezember 2009.
Viele Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Europa sind in Schule und Berufsbildung benachteiligt. Ihre Abschlussquoten liegen in vielen EU-Ländern hinter denen der Einheimischen. Doch Jugendliche mit Migrationshintergrund haben ein von einer globalen Wirtschaft stark gesuchte Begabung: sie sind mehrsprachig! Bila-Train in practice entwickelte und erprobte drei billinguale Ausbildungsgänge zur beruflichen Erstaus- bildung von Kanzleifachangestellten (deutsch-griechisch), MechatronikerInnen (deutsch-rumänisch / rumänisch-italienisch) und Versicherungskaufleuten (deutsch-türkisch).
Über 50 Prozent der Menschen in Europa sind an sich zwei- sprachig. Sie leben in Grenzregionen, sind Migranten, stammen aus bi-nationalen Familien oder habe lange Zeit im Ausland gelebt und sind daher zweisprachig. Die Pflege zwei- oder mehrsprachiger Fähigkeiten in der Erwachsenenbildung in Europa ist Neuland. Sprachkurse ermöglichen es in der Regel nur, eine Sprache als Fremdsprache zu erlernen. Bila-Learn entwickelt Sprachkurse für zweisprachige Lernende in Europa. Ein Lernmittel ist dabei das Mobiltelefon, das als Vokabel- und Grammatiktrainer eingesetzt wird.
Bila-Train Analysis untersuchte zwischen 2003 und 2005 zweisprachige Programme der beruflichen Erstausbildung in Europa. Über 1.000 Experten, Betriebsinhaber und Auszu- bildende wurden befragt. In sechs europäischen Ländern wurde recherchiert, Bildungspläne der EU-Mitgliedstaaten gewälzt. Ergebnis: der Bedarf an bi-lingualer beruflicher Erstausbildung ist groß, das Angebot dagegen sehr gering. Bila-Train-Analysis war der Ausgangsprojekt für Bila-Train in practice und Bila-Learn, beides Fortsetzungsprogramme zur Förderung der Zwei- und Mehrsprachigkeit in Europa.
Immer mehr Menschen in Europa können nicht richtig lesen und schreiben. Je nach Statistik werden zwischen 7 und 11 Prozent alle Europäerinnen und Europäer als Analphabeten eingestuft. Viele Erwachsene mit Problemen beim Schreiben und Lesen haben mehrfach Alphabetisierungskurse besucht, jedoch nur mit geringem Erfolg. In einer Welt der Zeichen und Bilder, der Piktogramme und Werbebotschaften haben sie sich eingerichtet. Von den meist Schrift-basierten Ange- boten der Fort- und Weiterbildung sowie der Erwachsenen- bildung bleiben sie jedoch ausgeschlossen. Alpha-Beta nutzt das Mobiltelefon, das 95 Prozent aller Menschen mit Schreibe- und Leseproblemen in Europa benutzen, für innovative Lernprogramme für Erwachsene.
Bereits heute sind über 40 Prozent aller Menschen in Europa 55 Jahre und älter. Im Jahr 2020 werden rund 60 Prozent über 55 Jahre alt sein. Die Älteren sind dabei immer länger aktiv, gesund und lernbegierig. Die Erwachsenenbildung in Europa hat sich auf diese neue Zielgruppe noch nicht aus- reichend gut genug eingestellt. Ältere Lernende haben andere Ansprüche und Wünsche als Jugendliche. Alpha-to-Omega entwickelte und erprobte zehn Unterrichtsmodule für ältere Lernende und das gemeinsame Lernen der Generationen. Die Produkte werden auf Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch und Rumänisch erhältlich sein.
Menschen die als Flüchtlinge in die Europäische Union kamen, sind häufig von Bildungsangeboten ausgeschlossen. ENTER, ein Projekt des österreichischen Trägers Verein Multikulturell in Innsbruck, bei dem IEIE Partner ist, entwickelt Lehrmaterialien für die Erwachsenenbildung für Zielgruppen mit besonderen Lernanforderungen. Bei ENTER sollen Gruppen erreicht werden, die häufig keinen Zugang zu Angeboten der Erwachsenenbildung haben oder sich nicht trauen, an Kursen teilzunehmen. Die Angebote von ENTER werden bewusst niederschwellig sein, um auch Personen zu erreichen, die nur über eine geringe Lernerfahrung und Bildungserfahrung verfügen. Zugleich sollen die Angebote eine Ermunterung sein, weitere Angebote der Erwachsenenbildung zu nutzen.
Jugendliche mit Migrationshintergrund sind beim Übergang von der Schule in das Berufsleben benachteiligt. Doch gezielte Betreuung kann über Hürden hinweghelfen und Zugangsbarrieren umgehen. Mentoren und Mentorinnen begleiteten bei INTI-TANDEM über 70 Jugendliche mit besonderem Förderungsbedarf und verhalfen ihnen erfolg- reich zu Lehrstellen und positiven Lebensperspektiven. In Stuttgart arbeitete IEIE dazu mit dem Staatlichen Schulamt, Firmen wie Mercedes-Benz, der Stadt Stuttgart, dem Württembergischen Landesmuseum, Berlitz Deutschland und Medienunternehmen zusammen.
